Zum Inhalt springen
Kostenlos starten

Ratgeber & Ressourcen

Wann ist Sankt Martin? Datum, Bedeutung und Bräuche

Sankt Martin ist jedes Jahr am 11. November. Warum gerade dann, ob der Martinstag ein Feiertag ist, wer Martin war und welche Bräuche Kinder kennen.

Noritales TeamAdmin9 Minuten Lesezeit
Wann ist Sankt Martin? Datum, Bedeutung und Bräuche

Sankt Martin wird jedes Jahr am 11. November gefeiert, dem Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Das Datum ist fest; die Laternenumzüge von Kitas, Schulen und Gemeinden finden aber oft an einem Abend in den Tagen davor oder danach statt. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Martinstag in Deutschland nicht – Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet.

Wann ist Sankt Martin? Das Datum im Überblick

Der Martinstag fällt immer auf den 11. November, egal auf welchen Wochentag. An diesem Tag wurde Martin im Jahr 397 in Tours beigesetzt; gestorben war er wenige Tage vorher, am 8. November. In der katholischen Kirche ist der 11. November sein Gedenktag, und auch evangelische Gemeinden feiern ihn.

Weil der 11. November oft auf einen Arbeitstag fällt, legen viele Veranstalter ihren Umzug auf einen passenden Abend in der Nähe. Das genaue Datum für deinen Ort erfährst du bei der Kita, der Schule, der Kirchengemeinde oder im Amtsblatt deiner Stadt.

DatumWas passiertWo
Anfang bis Mitte NovemberLaternenumzüge von Kitas, Schulen und Gemeinden, oft ab 17 Uhrbundesweit, besonders im Rheinland und im Westen
10. NovemberMartinisingen zu Ehren von Martin Luthervor allem in evangelisch geprägten Regionen im Norden, etwa Ostfriesland
11. NovemberMartinstag, Gedenktag des heiligen Martinüberall
11.11. um 11:11 UhrBeginn der KarnevalssessionRheinland und andere Karnevalshochburgen

Ein kleines Detail zum 10. November: Martin Luther wurde an diesem Tag im Jahr 1483 geboren und am nächsten Tag, dem Martinstag, getauft. Deshalb bekam er den Namen Martin. In manchen Gegenden ziehen Kinder deshalb schon am Abend des 10. November mit Laternen von Haus zu Haus.

Ist Sankt Martin ein Feiertag?

Nein. Der Martinstag ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag – weder in Nordrhein-Westfalen noch in Bayern oder Baden-Württemberg. Es gibt keinen freien Tag, Kitas und Schulen haben regulär geöffnet. Trotzdem ist der 11. November vor allem für Familien mit kleinen Kindern einer der wichtigsten Termine im Herbst, weil viele Kitas wochenlang Laternen basteln und Lieder üben.

Tipp für berufstätige Eltern: Die meisten Umzüge beginnen erst, wenn es dunkel ist. Im November ist das meist zwischen 17 und 18 Uhr – gut zu schaffen, wenn du den Termin früh in den Kalender einträgst.

Wer war Sankt Martin?

Martin wurde um das Jahr 316 in Savaria geboren, dem heutigen Szombathely in Ungarn. Sein Vater war römischer Offizier, und auch Martin wurde früh Soldat. Die bekannteste Geschichte über ihn spielt vor dem Stadttor von Amiens in Nordfrankreich: An einem eisigen Winterabend begegnete Martin einem frierenden Bettler. Er hatte nichts dabei außer seinem Mantel – also teilte er ihn mit dem Schwert und gab dem Mann eine Hälfte.

Später verließ Martin die Armee, ließ sich taufen und lebte als Mönch. Um 371 wählten ihn die Menschen in Tours zu ihrem Bischof. Er blieb bescheiden, kümmerte sich um Arme und Kranke und lebte lieber in einer einfachen Klosterzelle als in einem Palast. Nach seinem Tod wurde er einer der bekanntesten Heiligen Europas. Viele Kirchen tragen seinen Namen, zum Beispiel der Mainzer Dom.

Was bedeutet Sankt Martin? Teilen und Licht

Für Kinder lässt sich die Bedeutung des Festes auf zwei Wörter bringen: Teilen und Licht. Martin hat nicht gewartet, bis jemand anderes hilft – er hat gesehen, dass ein Mensch friert, und gehandelt. Die Laternen erinnern daran, dass ein kleines Licht in einer dunklen Novembernacht viel ausmacht. Viele Familien sprechen am Martinstag deshalb darüber, was man selbst teilen kann: ein Brötchen, ein Spielzeug, Zeit oder ein freundliches Wort.

Woher genau der Laternenbrauch kommt, ist nicht ganz geklärt. Eine verbreitete Erklärung verbindet ihn mit Lichterprozessionen zu Ehren des Heiligen; eine andere mit dem alten Brauch, im November Feuer zu entzünden, wenn die Ernte eingebracht war. Sicher ist: Kinder lieben es, mit ihrem selbst gebastelten Licht durch die Dunkelheit zu laufen.

Bräuche am Martinstag

  • Laternenumzug: Kinder ziehen mit Laternen und Liedern durch die Straßen, oft angeführt von einem Reiter im roten Mantel, der Sankt Martin darstellt.
  • Martinsspiel: Vor oder nach dem Umzug wird die Mantelteilung kurz nachgespielt – mal von Kindern, mal von Erwachsenen mit echtem Pferd.
  • Martinsfeuer: In vielen Orten endet der Umzug an einem großen Feuer, an dem sich alle wärmen.
  • Weckmann, Stutenkerl oder Martinsbrezel: Ein Hefegebäck, das je nach Region anders heißt und aussieht. Oft wird es geteilt – passend zur Legende.
  • Martinsgans: Rund um den 11. November steht in vielen Familien und Gasthäusern Gänsebraten auf dem Tisch. Früher war der Martinstag ein Zahltag, an dem Bauern ihre Abgaben auch in Gänsen leisteten, und der letzte Festtag vor einer alten Fastenzeit bis Weihnachten.
  • Martinssingen: In manchen Regionen gehen Kinder mit Laternen von Tür zu Tür, singen ein Martinslied und bekommen dafür Süßigkeiten oder Obst.

Sankt Martin oder Lichterfest?

Manche Kitas nennen ihr Fest „Lichterfest“ oder „Laternenfest“, damit sich alle Kinder angesprochen fühlen, unabhängig von der Religion der Familie. Laternen, Lieder und das gemeinsame Gehen bleiben gleich. Viele andere Einrichtungen bleiben beim Namen Sankt Martin und erzählen die Legende als Geschichte vom Teilen, die Kinder jeder Herkunft verstehen. Beide Wege sind verbreitet. Wenn dich interessiert, wie es in deiner Kita gehandhabt wird, frag einfach beim Elternabend nach.

Sankt Martin für Kinder erklärt – nach Alter

AlterSo kannst du es erklärenPassende Aktion
1–3 Jahre„Martin hat seinen Mantel geteilt, damit niemand friert. Wir machen Licht in der Dunkelheit.“Kurze Runde mit Laterne ums Haus, ein Lied
4–6 JahreDie Geschichte mit Pferd, Schnee und Bettler erzählen; fragen: „Was könntest du teilen?“Laterne mitbasteln, Weckmann teilen
7–8 JahreMartin als echter Mensch, der Soldat und später Bischof war; über Hilfsbereitschaft im Alltag sprechenMartinsspiel mitspielen, Lieder auswendig lernen
9–12 JahreGeschichte und Legende unterscheiden; Bräuche in verschiedenen Regionen vergleichenKleinere Kinder beim Umzug begleiten, Spendenaktion

Geschichte zum Vorlesen: Die schnatternden Gänse

Neben der Mantelteilung gibt es eine zweite Legende, die Kinder besonders mögen. Hier frei nacherzählt – kurz genug für den Abend:

Martin lebte schon viele Jahre als Mönch, als die Leute aus der Stadt Tours zu ihm kamen. „Martin“, sagten sie, „du sollst unser Bischof werden!“ Martin erschrak. Bischof? Mit großem Haus und vielen Pflichten? Er wollte lieber ein einfacher Mönch bleiben.

Also lief er davon. Er rannte über Felder und Wiesen, bis er einen Bauernhof sah. Schnell versteckte er sich im Stall, ganz hinten im Stroh. Dort war es warm, und es roch nach Heu. Aber Martin war nicht allein. Im Stall wohnten Gänse – viele Gänse.

Die Gänse schauten den fremden Mann an. Sie reckten die Hälse. Und dann fingen sie an: „Gack-gack-gack! Schnatter-schnatter!“ So laut, dass man es bis zur Straße hörte. Die Leute aus Tours, die Martin suchten, blieben stehen. „Was ist denn da los?“ Sie öffneten die Stalltür – und fanden Martin im Stroh.

Martin musste lachen. „Gegen so viele Gänse komme ich nicht an“, sagte er. Er ging mit den Leuten zurück und wurde ein Bischof, der nie vergaß, wie es ist, im Stroh zu sitzen. Er teilte, was er hatte, und half, wo er konnte. Und die Gänse? Die erzählen sich bis heute, dass sie einen Heiligen gefunden haben. Gute Nacht.

Wenn ihr nach der Legende weiter über Mut und Hilfsbereitschaft sprechen wollt, passt unsere Mutmachgeschichte für Kinder.

Ein Buch, in dem dein Kind selbst teilt

Werte wie Teilen und Hilfsbereitschaft verstehen Kinder am besten, wenn sie sie in einer Geschichte selbst erleben. Bei Nori Tales entsteht jede Woche ein Buch mit sieben Kapiteln, in dem dein Kind mit seinem Namen und seinen Lieblingshelden die Hauptrolle spielt – ein Kapitel pro Abend, als Text, illustriert oder als Audio. Wie ein personalisiertes Kinderbuch bei Nori Tales entsteht, liest du auf unserer Übersichtsseite. Für ein illustriertes Buch kannst du auf Wunsch und mit deiner Einwilligung ein Foto hochladen; daraus wird eine gezeichnete Figur, die auf jeder Seite gleich aussieht. Das Foto ist optional, wird verschlüsselt gespeichert und kann jederzeit gelöscht werden.

Welche Werte in welchem Alter im Mittelpunkt stehen, zeigt das Programm für 4 bis 6 Jahre. Für Schulkinder ab etwa sieben Jahren ist das Beispielbuch „Die Wolkenfreundschaft“ ein guter Einstieg: zwei Wolken, die der Wind trennt und die trotzdem Freundinnen bleiben.

Häufige Fragen

Ist Sankt Martin immer am 11.11.?

Ja, der Martinstag ist immer am 11. November. Die Laternenumzüge finden aber nicht unbedingt an diesem Tag statt, sondern oft an einem Abend in der Woche davor oder danach. Das Datum legt jede Kita, Schule oder Gemeinde selbst fest.

Ist Sankt Martin ein gesetzlicher Feiertag?

Nein, in Deutschland ist der Martinstag in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in NRW, Bayern oder Baden-Württemberg. Arbeit, Schule und Kita laufen normal weiter; gefeiert wird am Abend.

Warum wird Sankt Martin gefeiert?

Gefeiert wird Martin von Tours, der der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte und später Bischof wurde. Der 11. November ist der Tag seiner Beisetzung im Jahr 397. Im Mittelpunkt stehen Teilen, Nächstenliebe und das Licht in der dunklen Jahreszeit.

Warum gibt es an Sankt Martin Laternen?

Die Laternen stehen für das Licht, das Martin mit seiner guten Tat in die Welt gebracht hat. Historisch wird der Brauch mit Lichterprozessionen und alten Herbstfeuern in Verbindung gebracht. Für Kinder ist es vor allem ein Gemeinschaftserlebnis: Jedes Licht zählt.

Was hat Sankt Martin gemacht?

Martin war zuerst römischer Soldat, dann Mönch und schließlich Bischof von Tours. Berühmt ist er für die Mantelteilung vor dem Stadttor von Amiens. Als Bischof setzte er sich für Arme ein und lebte trotz seines Amtes sehr bescheiden.

Wann ist Sankt Martin gestorben?

Martin starb am 8. November 397 in Candes und wurde am 11. November in Tours beigesetzt. Deshalb ist der 11. November sein Gedenktag. Er wurde etwa 80 Jahre alt.

Probier eine Geschichte aus

Nach dem Laternenumzug noch eine ruhige Geschichte über Freundschaft? Kapitel 1 von „Die Wolkenfreundschaft“ gratis lesen – ganz ohne Konto. Wenn es euch gefällt, erstellst du ein kostenloses Konto und personalisierst die Geschichten mit dem Namen deines Kindes.

Schlagwörterdatum sankt martinist sankt martin ein feiertagsankt martinsankt martin tagsankt martins tagwann ist sankt martin

Weiterlesen

Cookies und Ihre Privatsphäre

Wir möchten Analyse- und Werbe-Cookies (Google Analytics und Meta) verwenden, um Ihre Erfahrung zu verbessern, die Nutzung der Website zu verstehen und unsere Anzeigen zu messen. Wenn Sie ablehnen, werden nur die für den Betrieb der Website erforderlichen Cookies verwendet.

Datenschutzerklärung