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Altersgruppe
4–6 Jahre
Sprache
Deutsch
Buchdetails
28 Seiten
Kapitelliste und Aufbau
7 Kapitel
Format
Nur Text

Inhalte passend für jede Altersgruppe

Beispielbuch

Die Reise des kleinen Samenkorns

Zusammenfassung der Geschichte

Die warme Geschichte eines kleinen Samenkorns, das unter der Erde warten lernt, bis es die Sonne sieht und seine ersten beiden Blätter öffnet.

Kostenloses erstes Kapitel

Dunkle Erde

Bumm. Bumm. Bumm.

Das kleine Samenkorn wachte unter der Erde auf. Überall war es dunkel. Überall war es kühl.

Das Samenkorn rührte sich nicht. Seine Schale war hart und trocken. Drinnen, ganz in der Mitte, war eine winzige Wärme. Das Samenkorn lauschte dieser Wärme.

Bumm. Bumm. Das Geräusch kam von oben. Bei jedem Bumm zitterte die Erde ein wenig.

„Wer macht dieses Geräusch?“, flüsterte das Samenkorn.

Die Erde antwortete langsam. „Eine Katze. Sie läuft da oben herum.“

„Was ist eine Katze?“

„Sie hat vier Beine. Sie hat weiche Pfoten. Sie liegt gern in der Sonne.“

Das Samenkorn versuchte, sich die Katze vorzustellen. Es dachte an vier Beine. Es dachte an eine weiche Pfote. Aber die Sonne konnte es sich nicht vorstellen. Es hatte die Sonne noch nie gesehen.

„Was ist die Sonne?“, fragte das Samenkorn.

„Ein Licht dort oben“, sagte die Erde. „Ein warmes Licht. Eines Tages wirst du es kennenlernen.“

Das Samenkorn kannte auch kein Licht. Es kannte die Dunkelheit. Es kannte die Kühle. Es kannte den schweren, weichen Geruch der Erde. Das war seine ganze Welt.

Das Samenkorn begann, seine eigene Schale kennenzulernen. Eine Seite war rund. Auf der anderen Seite war eine kleine Kerbe. Das Samenkorn tastete nach der Kerbe. Dort war die Schale ein bisschen dünner.

Bumm. Bumm. Das Geräusch kam ein bisschen näher.

Dann blieb das Geräusch genau über ihm stehen. Die Erde drückte sich einen Moment lang zusammen. Das Stückchen trockenes Laub über dem Samenkorn knisterte.

Das Samenkorn machte sich in seiner Schale ganz klein. Es wartete, als hielte es die Luft an.

Oben scharrte eine Pfote in der Erde. Kratz, kratz, kratz. Kleine Krümel rollten nach unten. Einer fiel direkt neben das Samenkorn.

„Findet sie mich?“, fragte das Samenkorn.

„Nein“, sagte die Erde. „Du bist tief unten. Ich decke dich zu.“

Das Samenkorn lehnte sich an den Kiesel neben sich. Der Kiesel war kalt und glatt. Er bewegte sich überhaupt nicht. Auch das Samenkorn bewegte sich nicht. Die Kälte des Kiesels ging in seine Schale über. Es war eine feste, sichere Kälte. Der Kiesel ging nirgendwohin.

Kratz, kratz. Dann hörte das Scharren auf. Die Katze schnupperte noch einmal an der Erde. Sogar ihre Nase war zu hören: schnuff, schnuff.

Das Samenkorn dachte an die Nase der Katze. War sie groß oder klein? Das wusste es nicht.

„Warum gräbt die Katze?“, flüsterte es.

„Vielleicht sucht sie einen Käfer“, sagte die Erde. „Vielleicht spielt sie nur.“

Das Samenkorn wartete. Der Kiesel wartete. Das trockene Laub wartete.

Dann bumm. Bumm. Diesmal ging die Katze weg.

Bumm … bumm … Die Schritte wurden immer leiser. Am Ende waren sie gar nicht mehr zu hören.

Die Erde wurde wieder still. Aber nicht ganz still. Je länger das Samenkorn lauschte, desto mehr Geräusche hörte es.

Eine Ameise lief durch einen kleinen Tunnel: trippel, trippel. Ein Käfer rieb seine Flügel: zirp, zirp. Tiefer unten sackte die Erde langsam zusammen: schhh.

„Hier gibt es so viele Geräusche“, sagte das Samenkorn.

„Die gab es schon immer“, sagte die Erde. „Du hörst sie nur zum ersten Mal.“

Eine Weile zählte das Samenkorn die Geräusche. Zweimal trippel. Zweimal zirp. Einmal schhh. Dann fing es wieder von vorn an.

Diesmal fand es eine Reihenfolge. Zuerst kam trippel. Dann zirp. Zuletzt, ganz aus der Tiefe, schhh.

„Trippel, zirp, schhh“, sagte das Samenkorn langsam.

„Genau“, sagte die Erde. „Das sind meine Geräusche.“

Das Samenkorn sagte die Geräusche noch einmal. Trippel, zirp, schhh. Sie klangen schon vertraut. Jetzt war jedes Geräusch wie ein Nachbar. Die Ameise war Nachbarin Trippel. Der Käfer war Nachbar Zirp. Und die Erde war Nachbarin Schhh.

Das Stückchen trockenes Laub lag über ihm. Der Kiesel lag neben ihm. Die Erde hüllte es von allen Seiten ein.

In seiner Schale war es lauwarm. Das Samenkorn rückte noch ein bisschen näher an diese Wärme.

Oben war es Nacht geworden. Das wusste das Samenkorn nicht. Aber die Erde wurde noch ein bisschen kühler.

Das Samenkorn befühlte seine Schale. Sie war hart. Überall war sie hart.

„Meine Schale ist so hart“, sagte das Samenkorn.

„So muss sie sein“, sagte die Erde. „Sie beschützt dich.“

Das Samenkorn tastete sanft über seine Schale. Die Schale war glatt. An einer Stelle hatte sie eine kleine Mulde. Das Samenkorn schmiegte sich in diese Mulde.

„Das ist mein Platz“, sagte es.

„Dein Platz“, sagte die Erde.

An diesem Platz wurde das Samenkorn ein bisschen locker. Die Schale war immer noch hart. Aber innen wurde es weich. Die Erde war schwer, aber weich. Sie hüllte es nur ein.

Das Samenkorn drehte sich nicht in seiner Schale. Es rückte nicht weg. Es blieb, wo es war. Der Kiesel lag neben ihm. Das trockene Laub lag über ihm.

Von weit her kam ein letztes Bumm. Von sehr weit her. Dann war auch das vorbei. Das Samenkorn zählte auch das letzte Bumm. Eins. Dann hörte es auf zu zählen.

Die Ameise blieb in ihrem Tunnel stehen. Der Käfer hörte auf, seine Flügel zu reiben. Ganz langsam und ganz tief machte die Erde ihr Geräusch: schhh.

Das Samenkorn lauschte diesem Geräusch. Schhh. Schhh. Die Dunkelheit war schwer und weich.

Das kleine Samenkorn wartete ganz still im Schoß der Erde.

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Was dieses Buch vermittelt

Dieses Beispiel erarbeitet einen für seine Altersgruppe gewählten Entwicklungswert in sieben Kapiteln: erst Erkennen, dann konkrete Beispiele, eine kleine Entscheidung, ein Rückschlag und seine Wiedergutmachung, zum Schluss ein ruhiger Ausklang. Jedes Buch im Programm folgt derselben Form.

Der Plan der sieben Nächte

Jedes Kapitel ist eine Nacht und öffnet sich zur Stunde der Familie; eine verpasste Nacht verlängert die Woche, ein Kapitel geht nie verloren.

  1. 1KennenlernenWir lernen die Hauptfigur und die Idee der Woche kennen.
  2. 2Neue SeiteDie Idee zeigt eine neue Seite.
  3. 3AusprobierenDie Hauptfigur probiert die Idee auf ihre Weise.
  4. 4Zwei WegeEine Wahl oder ein anderer Blickwinkel.
  5. 5Kleiner RückschlagDer Plan klappt nicht; der Preis bleibt begrenzt, das Kapitel endet ruhig.
  6. 6WiedergutmachenEin Weg findet sich; um Hilfe bitten zählt auch.
  7. 7AnkommenDie Idee der Woche findet ihren Platz.

Platz im Lehrplan

Die Themen des Programms 4–6 Jahre kommen in fester Reihenfolge; dieses Buch zeigt, wie eine Woche darin aussieht. Die echte erste Woche und die Reihenfolge finden Sie auf der Programmseite.

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Drei Fragen für nach dem letzten Kapitel:

  • Was fiel dem Helden am schwersten? Was hättest du getan?
  • Ist dir heute etwas Ähnliches passiert?
  • Suchen wir morgen einen kleinen Moment, um das auszuprobieren?

Was ändert sich mit einer Mitgliedschaft?

Die Bücher werden jede Woche um Name, Helden und genaues Alter Ihres Kindes neu geschrieben, und das Programm geht der Reihe nach weiter. Dieses Beispiel zeigt nur die Form.

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Aufbau

Kapitelliste und Aufbau

  1. 01

    Kapitel 1

    Kostenlos — lesen
  2. 02

    Kapitel 2

    Zugang erforderlich

  3. 03

    Kapitel 3

    Zugang erforderlich

  4. 04

    Kapitel 4

    Zugang erforderlich

  5. 05

    Kapitel 5

    Zugang erforderlich

  6. 06

    Kapitel 6

    Zugang erforderlich

  7. 07

    Kapitel 7

    Zugang erforderlich

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